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Liebe Leserinnen und Leser,
 
herzliche Grüße zu Beginn der letzten Monate des Jahres 2011, im Blick auf 2012.
Wir  wünschen  Ihnen und Ihren Familien einen gesegneten Abschluss dieser Zeitspanne.
Ihre  Wolfgang & Doris  Gehring

Diese Zeilen sind bewusst kurz gehalten.
Wenn Sie Lust und Freude haben, mit Ihrem Gemeindepfarrer einigen Gedanken über die Zeit nachzugehen, dann lade ich Sie ein,  den etwas längeren folgenden Artikel zu lesen.
Es gibt ein „eigenwilliges“  Buch in der Bibel, das ist der „Prediger“.  Unter dem Leitgedanken „Alles hat seine Zeit“ beschreibt der Verfasser die Auf- und Ab Situationen, die wir Menschen erleben. Hier der Text aus Prediger, Kapitel 3:
1 Alles hat seine bestimmte Stunde, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit: 2 Geborenwerden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit; Pflanzen hat seine Zeit, und das Gepflanzte ausreißen hat seine Zeit;
3 Töten hat seine Zeit, und Heilen hat seine Zeit; Zerstören hat seine Zeit, und Bauen hat seine Zeit; 
4 Weinen hat seine Zeit, und Lachen hat seine Zeit; Klagen hat seine Zeit, und Tanzen hat seine Zeit;
5 Steine schleudern hat seine Zeit, und Steine sammeln hat seine Zeit; Umarmen hat seine Zeit, und sich der Umarmung enthalten hat auch seine Zeit;
6 Suchen hat seine Zeit, und Verlieren hat seine Zeit; Aufbewahren hat seine Zeit, und Wegwerfen hat seine Zeit;
7 Zerreißen hat seine Zeit, und Flicken hat seine Zeit; Schweigen hat seine Zeit, und Reden hat seine Zeit;
8 Lieben hat seine Zeit, und Hassen hat seine Zeit; Krieg hat seine Zeit, und Frieden hat seine Zeit.
Gutes und Negatives prägen unser Leben. Sind wir dem „Schicksal“ ausgeliefert, das beim einen Menschen erbarmungslos zuschlägt und beim anderen nicht. Um es kurz und knapp zu sagen: Niemand von uns kann sich  aussuchen, ob es nur Gutes und niemals Schweres im Umfeld des Lebens gibt. Es klingt fast so, als seien wir auf Gedeih und Verderb den Wellenbewegungen der Zeitumstände ausgeliefert. Ehrlich gesagt: „Mich überkommt Angst und Unsicherheit, wenn das so ist.“ Als Christ glaube ich nicht an das Schicksal, sondern vertraue darauf, 
dass meine Zeit in GOTTES Händen liegt. (Psalm 37,16)  
Manche mögen protestieren: „Wenn Gott im Spiel ist, warum gibt es dann Krieg, zwischenmenschliche Konflikte oder heimtückische Krankheiten?
Warum müssen wir dann Leid und Tod ertragen?“
Ein solcher Gott, der das alles zulässt, weckt doch nur Unverständnis. Ich verstehe diese Reaktionen sehr gut. In der Tat: Gott ist letztlich nicht zu fassen und zu begreifen.
Warum gerade Gutes oder Schlechtes geschieht, ist meistens nicht zu ergründen. Manche Entwicklungen können wir nachvollziehen, aber unvorhergesehene Notsituationen können Menschen in  Verzweiflung bringen. Ist es angesichts dieser Tatsachen nicht unverschämt oder sogar zynisch, davon zu reden, dass unsere Zeit in Gottes Händen liegt?
Woran  lässt sich erkennen, dass dieser Gott für uns ist?
Die Bibel macht deutlich, dass  Freud und Leid, Gutes und Böses, „Unkraut und Weizen“ miteinander „gedeihen“. Wir leben nicht im Himmel, sondern auf der Erde, „jenseits von Eden“.  Gott  hat darunter gelitten, dass der Kontakt zwischen Himmel und Erde zerbrochen war.
Der Mensch wollte selber entscheiden, was für ihn gut und böse ist. Das Ergebnis spiegelt sich am Verhalten der Menschen untereinander wider. Aus Gottes Umgebung kommt über die Station „Stall zu Bethlehem“ JESUS,  sein eigener Sohn in unsere Welt. Er durchlebt die Wellenbewegungen des Lebens: Verführung, Bewunderung, Ablehnung, Verhaftung, Verurteilung,  Hohn und Spott und schließlich den brutalen Tod am Kreuz. 
An diesem römischen Galgen schreit er:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen.“ 
Durch den Tod muss Jesus allein gehen. Aber dann  erlebt er die Auferstehung von den Toten, die Gott, der Herr über Leben und Tod, bewirkt. Von da an ist Jesus berechtigt, Himmel und Erde zu verbinden.
ER sagt:
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, es sei denn durch mich.“
Genau an dieser Stelle hat sich Gott verbindlich festgelegt. Er liebt uns leidenschaftlich, deshalb hat er die Brücke zwischen Gott und Mensch gebaut.
Und diese Brücke trägt den Namen Jesus Christus! Die Zuwendung und Liebe Gottes gilt uns allen, egal was wir gerade erleben. Es gibt viele Erfahrungsberichte glaubender Menschen, die gerade in den Tiefpunkten des Lebens die Geborgenheit bei Gott finden. Darum ist es klug, sich in den guten Zeiten vertrauensvoll für Jesus Christus zu öffnen.
Wenn Sie besondere Lebensprüfungen durchleben oder erlitten haben, dann kann ich Ihnen sehr wahrscheinlich nicht sagen, warum das geschieht.
Aber ich darf Ihnen zusagen, dass der lebendige Gott Sie liebt, auch wenn Sie die vielleicht ihre gegenwärtige Situation nicht verstehen.
Wer  an Jesus Christus glaubt, darf aber auch wissen:
„Ich kann niemals tiefer fallen, als in Gottes Hand.“ Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir von dieser Hoffnung getragen sind und werden.
Am Zeiger des Zeitgeschehens kann ich nicht drehen.
 Das ist aber kein Grund zur Resignation.
Alles hat seine Zeit, doch: die Zeit steht in Gottes Händen!
 
Ich schließe diese Zeilen mit einem Bibelwort ab:
MEINE GEDANKEN SIND NICHT EURE GEDANKEN, UND EURE WEGE SIND NICHT MEINE WEGE, SPRICHT DER HERR, SONDER SO VIEL DER HIMMEL HÖHER IST ALS DIE ERDE, SIND MEINE WEGE HÖHER ALS EURE WEGE UND MEINE GEDANKEN HÖHER ALS EURE GEDANKEN.   Jesaja, 55, 8+9

 
Pfr. Wolfgang Gehring